Business Knigge

Regel für den Umgang miteinander in der Wirtschaft in Norwegen ist das Thema? Wo fangen wir an? Vielleicht beim Geld. Schneller Reichtum hat zu einem bisweilen unkontro­llierten Umgang mit Geld bei den Norwegern geführt. Sparsamkeit gilt als Merkmal für Armut. Nur so lässt sich erklären, dass das Geld an vielen Stellen regelrecht verprasst wird. Sie werden bemerken, dass Gespräche ums Geld zu den kommunikativen Regeln in Norwegen gehören. Dabei wollen die Menschen in Norwegen gar nicht unbedingt prahlen. Sie wollen dem anderen nur Tipps geben, wie sich sein Reichtum in Norwegen noch einmal vermehren lässt. Ein wenig hässlich hat es der Schriftsteller und Verlagsdirektor Anders Heger einmal for­muliert: Norwegen sei mit der dümmsten Oberklasse der Welt geschlagen.


Politik kann thematisiert werden

Anders als in Deutschland, ist die Frage danach, wen man gewählt hat, nicht unverschämt. Ein freier Austausch über politische Ansichten gehört in Norwegen zu den Regeln und ist normal, solange die Meinung des anderen akzeptiert wird. Fragen Sie also ruhig nach politischen Anschauungen und nach Einzelheiten der aktuellen politischen Debatte - man wird es Ihnen in Norwegen nicht als Indiskretion, sondern als Interesse im Rahmen gesellschaftlicher Regeln anrechnen.

 

Tabu-Themen und Gesprächs-Regeln in Norwegen

Die Menschen in Norwegen lieben ihren König, auch wenn mittlerweile Stimmen bei den Norwegern laut werden, die Kritik an der monarchischen Staatsform äußern. Es gehört zu den Regeln des Landes, das es Ihnen als Einwanderer nicht zusteht, allzu laut Ihre Skepsis zu äußern, ob die Monarchie heutzutage noch die zeitgemäße Staatsform ist. Die Norweger sind zwar einerseits tolerante Menschen - dafür ist ganz Skandi­navien bekannt. Andererseits verfügen sie nur über ein be­grenztes Maß an Humor, wenn er sich gegen sie selbst richtet. Kritisieren Sie die Menschen in Nor­wegen also nur bedingt. Zu den Regeln fürs Verhalten gehört aber auch, dass man sein eigenes Land genauso wenig kritisiert. Es ist bisweilen eine beliebte Unsitte der Deutschen, auch ohne Ironie über ihr Heimatland her­zuziehen. Dafür hat man in Norwegen wenig Verständnis. Es mag viele Dinge geben, die man an Deutschland, Österreich und der Schweiz auszusetzen hat. Aber für Aussprüche über die Heimat wie „Alles schlecht!", „Alles Nazis!", „Alles Spießer!" hat man in Nor­wegen einfach kein Verständnis. Mit solchem Gerede wird man in Norwegen schnell sehr einsam. Ansonsten mögen die Norweger die Deutschen: trotz diverser Probleme miteinander in der gemeinsamen Geschichte. Nur eine einzige Gruppe von Deutschen bricht die Regeln und wirkt bisweilen in Norwegen verstörend: die Campingurlauber, die die Landschaft genießen wollen, aber nicht bereit sind, eine einzige Krone im Lande zu lassen.

 

Regeln für Norwegen - festnageln!

Ob im Privaten oder im Geschäftsalltag, die wichtigste aller Regeln für Norwegen lautet: Nageln Sie die Leute fest. Während man sich über die bürokratische Genauigkeit der Deutschen oft lustig macht, wäre sie in Norwegen durchaus angebracht. Eine Zusage ist dort nach norwegischen Regeln noch lange keine Zusage. Im Zweifelsfall sind die Mittagspause oder der Wetterbericht wichtiger als die Er­ledigung des gerade Versprochenen.

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