Politik
Das Königreich Norwegen ist eine Parlamentarische Monarchie und seine Politik fußt auf einer der ältesten modernen Verfassungen der Welt. Die Verfassung stammt aus dem Jahr 1814. Alle vier Jahre finden Wahlen zum Parlament in Oslo statt. Das Parlament kann nicht aufgelöst, Neuwahlen können nicht ausgerufen werden. Staatsoberhaupt in Norwegen ist Harald V. Thronfolger ist Kronprinz Håkon, der nach Haralds Tod als Håkon VIII. König werden wird. Die Norweger lieben ihren König. Das Königshaus bietet eine wichtige Konstante in der Politik und im politischen und gesellschaftlichen Leben. Seit der Unabhängigkeit im Jahr 1905 hatte Norwegen erst drei Könige. Haakon VII., Olav V. und Harald V.
Es gibt jedoch auch ein paar Kritiker der Monarchie als Staatsform. Vor nicht allzu langer Zeit wunderte man sich in den Medien beispielsweise über die Schwester des Thronfolgers, Prinzessin Märtha Louise, die von sich behauptet, Kontakt zu Engeln herstellen zu können und dafür eine eigene Privatschule eröffnet hat. Auch die Entscheidung von Kronprinz Haakon, am 25. August 2001 Mette-Marit zu heiraten, führte in Norwegen zu Stirnrunzeln bei vielen Menschen. Heute ist die Kronprinzessin übrigens äußerst beliebt.
Gewaltenteilung in Norwegen
Auch in der Politik in Norwegen kennt man das Prinzip der Gewaltenteilung: Legislative, Exekutive und Judikative fungieren als Politik-Organe voneinander unabhängig. Das Parlament ist gesetzgebend, ausführende Kraft ist die Regierung mit ihren Ministerien und Recht sprechen die Gerichte. Norwegen wird in der Regel von einer Koalition mehrerer Parteien regiert. Momentan gibt es in Norwegens Politik sechzehn Ministerien. Die Bezeichnung einiger Ministerien wechselt mit dem genauen Aufgabenzuschnitt von Wahl zu Wahl, viele ändern ihre Bezeichnung nicht. Die Namen und Zuständigkeiten sind für das Politik-System und die politische Kultur in Norwegen sehr aufschlussreich. Ein eigenes Ministerium für Verwaltung und Verwaltungsreform oder ein Küstenministerium und ein eigenes Öl- und Energieministerium sucht man beispielsweise in Deutschland vergeblich.
Politik ist Straßenthema
In Norwegen gilt allgemeines, gleiches und gemeines Wahlrecht. Geheim bedeutet nicht, dass man darüber schweigt, wen man gewählt hat. In Norwegen ist es selbstverständlich, sich über Politik und seine politischen Ansichten auszutauschen. Die Meinung des anderen wird akzeptiert, man wechselt drei oder vier Argumente und Erklärungen und geht dann zum nächsten Thema über. Besonders stolz sind die Norweger auf ihr internationales Engagement. Die Norweger stellten mit Trygve Lie nicht nur den ersten Generalsekretär der Vereinten Nationen, sie engagieren sich auch in den Krisengebieten der Welt. In Oslo wird jedes Jahr der Friedensnobelpreis verliehen, während alle anderen Preisverleihungen in Stockholm stattfinden.
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