Kultur
Nimmt man es genau, so existiert eine eigenständige norwegische Kultur in Norwegen erst seit 1905. In jenem Jahr wurde Norwegen selbstständig. Zuvor war das Land fast 100 Jahre in einer Union mit Schweden vereint, davor fast ein halbes Jahrtausend mit Dänemark. Hauptstadt war Kopenhagen, was dazu führte, dass viele Institutionen sich nur auf dänischem Festland befanden. So war Norwegen - auch wenn es sich nur um eine Nischenkultur handelt - lange Zeit fast das einzige europäische Land ohne eigenes Opernhaus. 2008 wurde in Oslo eins eröffnet. Andere Zweige der Kultur bieten seit Jahrzehnten renommierte Veranstaltungen, Ausstellungen oder Festivals an: etwa das Jazzfestival in Molde oder die Herbstausstellung in Oslo.
Noch heute sind - Norweger würden dieser Formulierung wohl nicht zustimmen - die Grenzen zwischen Norwegen und Dänemark sehr durchlässig, sodass diverse Künstler aus Norwegen von den Dänen einfach vereinnahmt werden. Ludvig Holberg erging es vor 300 Jahren so, Amalie Skram vor gut 100 Jahren, Sissel Kyrkjebø in jüngerer Zeit. Alle drei Künstler sind in Bergen geboren. Der sehr gewissenhaften regionalen Kultur-Politik in Norwegen ist es zu verdanken, dass Norwegen gleichwohl bis in die kleinsten Orte mit einem guten Kultur- und Bildungsangebot versorgt ist. 183 kommunale Bibliotheken zum Beispiel existieren über das ganze Land verteilt.
Berühmtheiten aus Norwegen
Norwegen kann nicht nur eine große Zahl bedeutender Namen europäischer Kultur-Geschichte aufbieten. Norwegen bereichert auch die zeitgenössische Kultur um wichtige Personen und neue Entdeckungen. Große Namen der nordeuropäischen Kultur kommen aus Norwegen: Edvard Grieg im Bereich der Musik, Henrik Ibsen für die Literatur und Edvard Munch für die Malerei. Norwegen ist zudem ein Land, in dem viele gute Jazz-Gruppen, Pop- und Rock-Bands entstehen. Die Gruppen und Einzelkünstler haben oft europaweit Erfolg. Die Bandbreite reicht vom Jazz über Rock und Pop bis zum Hardcore. Beispiel ist die weltbekannte Gruppe „a-ha".
Alte Musiktraditionen in Norwegen
Aber nicht nur für Rock und Pop ist Norwegen berühmt. In Norwegen herrscht zum Teil auch eine große Heimatverbundenheit, in deren Rahmen die Kultur alter Musiktradition gepflegt wird. Die Hardangerfele, die auf den Beginn des 18. Jahrhunderts zurückgeht, ist ein typisches Instrument norwegischer Volksmusik. Volksmusik wird nicht - wie in Deutschland - von einer abgrenzbaren gesellschaftlichen Gruppe gehört, sondern von vielen unterschiedlichen Menschen. Der Klang ist gewöhnungsbedürftig, aber nach einer Weile möchte man nicht mehr auf diese Musik verzichten.
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