Gesellschaft
Freiwilliges Engagement ist in der Gesellschaft von Norwegen fast eine Selbstverständlichkeit. Es gibt in Europa - gemessen an der Bevölkerungszahl - kaum ein Land mit so vielen Vereinsmitgliedschaften wie Norwegen im Norden des Kontinents. Besonders beliebt sind die so genannten Freiwilligenzentralen, die den ehrenamtlichen Einsatz für die Gesellschaft koordinieren. Hier lohnt die Kontaktaufnahme, denn Sie werden bei einem freiwilligen Einsatz gleichzeitig viele neue Freunde kennen lernen. Zwei Stunden oder mehr pro Woche leistet man dabei Arbeit für die Mitmenschen.
Nicht hoch genug geschätzt werden kann auch das Engagement von Heilsarmee und Stadtmission, die - unabhängig von ihrer stark christlichen Prägung - einen bewundernswerten Einsatz für sozial Benachteiligte Menschen in der Gesellschaft leisten. Die Heilsarmee wirbt mit dem schönen Slogan „Suppe, såpe, frelse" („Suppe, Seife, Heil") für ihre Arbeit.
Religion in Norwegens Gesellschaft
Auch in Bezug auf die Religion bietet die Gesellschaft in Norwegen einen Widerspruch. Einerseits ist der evangelisch-lutherische Glaube Staatsreligion. Andererseits herrscht eine große Religionsfreiheit. Die Unterschiede zwischen Landbevölkerung und Stadtbevölkerung sind in Bezug auf Religiosität in der Gesellschaft des Landes groß. Oslo ist verhältnismäßig stark säkularisiert, in einigen Tälern fällt es allerdings noch auf, wenn man den Gottesdienst nicht besucht. Auf kirchlicher Ebene kennt Norwegen seit 200 Jahren einen Kulturkampf: Früher standen wenige obrigkeitstreue Laiengruppen der Staatskirche in der Gesellschaft des Landes gegenüber. Seit den Zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts sind es eher die freien, pietistischen Gruppen, die reaktionäre Ansichten vertreten, während sich die Staatskirche der Gesellschaft weit geöffnet hat. Katholiken bilden nur eine Minderheit der norwegischen Christen. Nur rund 40.000 der 4,6 Millionen Einwohner in Norwegen sind katholisch, also weniger als ein Prozent.
Medien in Norwegen
Die Medienlandschaft in Norwegen ist mit der deutschsprachigen nur schwer vergleichbar. Die Zeitungen sehen - unabhängig vom Niveau der Berichterstattung - alle ziemlich gleich aus. Nur weil die Zeitungen inzwischen sämtliche im Tabloidformat erscheinen, liegt das Niveau allerdings nicht auf dem unteren Niveau der Tabloidpresse in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Die Berichterstattung ist zwar sehr auf die Ereignisse im Inland konzentriert. Dafür wissen die Einwohner in Norwegen aber auch viel besser als etwa die breite Mehrheit in Deutschland über innenpolitische Ereignisse in ihrer Gesellschaft sowie über ihr Sozialsystem und die wirtschaftliche Entwicklung Bescheid. Die wichtigste überregionale Zeitung ist „Aftenposten", ein seriöses, konservatives Blatt. Ebenfalls überregional, vom Aussehen eher mit der „Bild"-Zeitung vergleichbar, aber doch eine Spur anspruchsvoller, sind „VG" („Verdens Gang") und „Dagbladet". In Norwegen zu empfehlen ist die Zeitung „Dagsavisen", die sich den Verzicht auf Klatsch und Tratsch aus der Welt der Reichen und Schönen auf die Fahnen geschrieben hat, und die Wochenzeitung „Morgenbladet".
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